Dieser Text erzählt von einer Meditationsreise und meinen Gedanken dazu. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen.
Manchmal fühlen wir, dass etwas Neues in uns entstehen möchte. Wir spüren es leise, so wie eine Ahnung oder wie ein Ruf. Und doch scheint da etwas zu sein, das uns zurückhält. So geschehen mit meinem Wirken hier auf Delfine-Heilen.
Vor einigen Tagen wurde mir dazu in einer Meditation das Bild einer Membran geschenkt. Ich sah vor meinem inneren Auge, dass ich an einem Sandstrand stand. Vor mir das Meer und die endlose Weite. Zuerst dachte ich, dass das Meer die Grenze sei. Doch als ich es berührte, wusste ich, dass das Meer nicht die Grenze war.
Intuitiv drehte ich mich in der Meditation um und sah Klippen. Davor befand sich eine hauchdünne Membran. Sie fühlte sich fast durchsichtig und schleimig an. Ich sah, dass hinter ihr ein Tunnel durch die Klippen führte und auf der anderen Seite des Tunnel erkannte ich einen Sandstrand.
Als ich die Membran fragte: „Wer bist du?“, antwortete sie nicht mit Worten, sondern mit dem Gesang eines Buckelwals, der den Boden unter mir und die Klippen beben liess.
Ich fragte weiter: «Was schützt du?»
Es kam keine Antwort, nur ein tiefes Gefühl als wollte sie mich beschützen, wie ein Vater, der sein Kind vor den Stürmen der Welt bewahren möchte.
Ich berührte die Membran und ging hindurch. Kämpfen musste ich nicht, es ging ganz leicht.
Als ich auf der anderen Seite war, spürte ich die Traurigkeit der Membran. Und plötzlich kam der Satz:
„Ich bin auch ein Teil von dir.“
Dieser Satz hat mich tief berührt, kenne ich doch Traurigkeit aus meinen Kindheitstagen sehr gut.
Ich lief durch den Tunnel und auf der anderen Seite des Tunnels wartete kein anderes Leben.
Der Strand war fast derselbe und doch war alles anders. Die Luft fühlte sich wärmer an. Ich ging barfuss durch den Sand.
Mein Herz war ruhiger. Ich fühlte mich empfangender und vertrauensvoller zugleich.
Interessant war zu spüren: Ich war immer noch ich und doch fühlte es sich an, als hätte ich ein Kapitel abgeschlossen.
Ein paar Tage später wurde mir etwas bewusst. Ich hatte lange nach einer Formulierung für mein Wirken hier auf Delfine-Heilen gesucht. Ich wollte erklären, was Delfine-Heilen für mich bedeutet. Doch je mehr ich erklärte, desto weiter entfernte ich mich von dem, was ich fühlte.
Bis plötzlich dieser Satz einfach da war:
„Mit Delfine-Heilen öffne ich einen inneren Raum in einem Feld, in dem Menschen sich an ihre Vollkommenheit erinnern können. Dies geschieht mit Heilung durch Herzverbundenheit.“
Ich habe diesen Satz nicht gesucht. Er hat mich gefunden.
In der ganzen Geschichte ging es nicht darum jemand anders zu werden oder etwas Neues zu lernen. Es ging um die Verinnerlichung und um das still genug zu werden, damit das, was längst in uns lebt, eine Sprache finden kann.
Ich bin nicht geben die Membran angekämpft. Ich bin durch sie hindurch gegangen. Die Membran, die als Beschützer diente. Und ich hatte innerlich gegen meine Unsicherheit und Zweifel gekämpft.
Seit dieser Meditation begleitet mich ein weiterer Gedanke: Vielleicht müssen wir unsere Vollkommenheit nicht erschaffen. Vielleicht müssen wir sie nicht einmal suchen. Vielleicht dürfen wir uns ihrer einfach bewusst werden. Auch dann, wenn Zweifel oder Unsicherheit da sind. Sie sind nur ein Schatten über dem Ganzsein.
Wenn ich heute an Delfine-Heilen denke, dann sehe ich keinen Weg mehr, auf dem ich Menschen irgendwohin führen muss.
Ich sehe einen Raum in einem Feld von Herzverbundenheit, in dem Menschen sich selbst wieder begegnen dürfen. Da geschieht Heilung. Nicht im Hinzufügen von etwas, sondern im Erinnern an das, was nie verloren war. Zweifel oder Unsicherheit sind nicht unsere Feinde, sie waren lange unsere Beschützer, damit wir nicht verletzt werden.
Wir dürfen ihnen danken anstatt sie zu bekämpfen.
Von Herzen
Jennifer Meyer-Metzger






